Wege aus der Schuldenfalle


Ehrenamtlicher Mitarbeiter Dieter Bergmann erarbeitet mit 9c wichtige Ansätze

Unter dieser Schlagzeile berichtete die Hallertauer Zeitung am 20.2.2006 über ein bisher einmaliges Projekt am GGM. Herr Dieter Bergmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Caritasverbandes im Landkreis Kelheim, hatte kurz zuvor erstmalig mit dem zweistündigen Projekt „Unterrichtshilfe Finanzkompetenz“ Präventionsarbeit in Sachen „Verschuldungsfalle für Jugendliche“ geleistet, ein Thema, das mit dem Ethikunterricht eng verknüpft ist:
In Deutschland stecken nach jüngsten Pressemeldungen elf Prozent aller 13-24-Jährigen im Schnitt mit 1550 Euro in der Schuldenfalle. Auch die Schüler der 9c hatten keinerlei Probleme, in einem Brainstorming Aspekte zu sammeln, wofür sie Geld benötigen und gerne ausgeben. Die Klassiker „Hobbys“, „Handy“ und „Highlife“ stehen dabei besonders hoch im Kurs, aber auch für Markenkleidung und Unterhaltungselektronik sitzt das Geld locker. An die Möglichkeit durch Sparen sein momentan verfügbares Geld „auszugeben“ musste Herr Bergmann allerdings erinnern. Dabei kann die frühzeitige Rücklage kleiner Summen später erheblich die Gefahr einer Altersarmut bekämpfen. Doch wer Geld ausgibt, muss zunächst natürlich Einnahmequellen haben. Schnell hatte Herr Bergmann erfragt, dass auch die noch nicht berufstätigen Gymnasiasten über eine beträchtliche Kaufkraft verfügen: Neben dem Taschengeld bekommen einige auch das Kindergeld zur Verfügung gestellt, andere verdienen durch Zeitungsaustragen oder durch diverse Geldgeschenke Verwandter dazu. Da kommen schöne Summen zusammen, die verständlicherweise die Begehrlichkeiten von Dienstleistern und der Konsumgüterindustrie wecken, die den Jugendlichen dieses Geld aus der Tasche ziehen wollen. Deswegen hat Herr Bergmann die Schüler im Ansatz auch über Möglichkeiten, den Mechanismen der gezielten Verführung zum Konsum zu widerstehen aufgeklärt, etwa durch den Rat bei Geldknappheit ein akribisches Haushaltsbuch zu führen und dieses bei negativer Bilanz systematisch nach Einsparungspotentialen zu durchforsten. Wichtiger war es ihm jedoch als Nächstes die grundsätzliche Einstellung der Jungendlichen und ihres Lebensumfeldes zum Thema Geld ins Bewusstsein zu heben. Eine Gruppenarbeit dazu ergab eine insgesamt eher kritische Haltung zu Geld, wie sie etwa in Sprüchen wie „Früher war alles billiger“ oder „Geldsau“ - als abwertende Bezeichnung für wohlhabende Menschen - zum Ausdruck kommt. Herrn Bergmann überraschte dies nicht, es entspreche vielmehr seiner Erfahrung, dass man gerade dann, wenn das zur Verfügung stehende Geld eher knapp bemessen sei, diesem seine Bedeutung abspreche. Dabei sehe er die Gefahr, dass Wichtiges und Unverzichtbares häufig aus dem Bewusstsein verdrängt werde, und ein daraus folgender allzu sorgloser Umgang mit Geld schnell in die Überschuldung führe.
Ein bewusster und zielgerichteter Umgang mit Geld ist aber nur möglich, wenn man genau weiß, was man damit eigentlich erreichen will. Zum Beispiel bezüglich einer soliden Berufsausbildung. Auch um bald zu gesicherten Einnahmen zu gelangen und der „Hauptschuldenfalle“ Arbeitslosigkeit zu entgehen, riet Herr Bergmann zu Zielstrebigkeit in dieser und jeder Hinsicht. Seine durch eine Anekdote vermittelte Überzeugung lässt sich so zusammenfassen: Wer sich nicht selbst um seine Zukunft kümmert, mit dem macht die Zukunft was sie will! Für die Schüler bedeutet dies konkret, sich frühest möglich über ihren Berufswunsch im Klaren zu werden und diesen dann konsequent zu verfolgen. „Spätestens ein Jahr vor dem Abitur“, konkretisierte Herr Bergmann auf Nachfrage. Wie weit ihre eigenen Vorstellungen von der Zukunft gediehen sind, konnten sich die Schüler abschließend anhand eines Arbeitsblattes für verschiedene wichtige Lebensphasen und die Aspekte „Beruf“, „Partnerschaft“ und „Wohnung“ klar machen. Darauf befand sich auch die Kontaktadresse des Caritasverbandes im Landkreis Kelheim, der mit diesem Beratungsangebot an Schulen auf sein kostenloses Angebot einer Schuldnerberatung für jedermann aufmerksam machen will und dabei die Hemmschwelle, es tatsächlich auch zu nutzen, senken möchte.










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