Exkursion des LK Wirtschaft zur Audi AG




Für 13 Schüler und ihre Lehrerin war am Montag, den 29. Juni 2009, ausnahmsweise einmal nicht Schulbank drücken angesagt, denn es stand eine Exkursion zur Audi in Ingolstadt an. Man traf sich gegen acht Uhr am Parkplatz, um dann mit einem nicht optimal klimatisierten Bus die Reise nach Ingolstadt anzutreten. Dort angekommen schlugen die Herzen der Schüler bereits beim Aussteigen höher, denn am Audi Forum vor dem Museum standen acht Modelle des 420 PS starken Audi R8 abholbereit in einer Reihe da.
Nach der Anmeldung der Gruppe stand erst einmal Kino auf dem Programm. In einem kleinen, aber feinen Kinosaal wurde das Unternehmen Audi vorgestellt und man bekam eine Übersicht über die Standorte der Audi AG in Deutschland und Europa. Während in Ingolstadt nur die Modelle A3, A4, A5 und Q5 produziert werden, fertigt das Werk in Neckarsulm die Modelle der Reihe Q7 und R8. Beim Audi TT werden die in Ingolstadt gefertigten Karosserien mit dem Zug nach Ungarn transportiert, dort endmontiert, um dann bereits zwei bis drei Tage später wieder nach Ingolstadt zurückgebracht und ausgeliefert zu werden.
Nach dieser kurzen Theorie folgte auch schon die Praxis: Die Besichtigung der Fertigung. Alle bekamen Kopfhörer, um in der lauten Produktionshalle die Erklärungen zu verstehen. Zuerst konnte man sich ein Bild von der Fertigung der Karosserie aus tonnenschweren Stahlrollen ein Bild machen. Dies war durchaus beeindruckend, denn um das Metal in die gewünschte Form zu bringen, werden noch schwerere Maschinen benötigt. Da wackelte schon einmal der Boden, als eine 50 Tonnen schwere Maschine das Seitenteil eines Autos presste. Nach dem Pressen werden die in Form gebrachten Einzelteile durch Punktschweißen zu einer Karosserie zusammengefügt. Ab diesem Moment bekommt jedes Gestell eine kleine, orange Box, die mit Hilfe von Mikrowellen mit den einzelnen Fertigungsanlagen und Robotern kommuniziert, um so genau die Wünsche der Kunden zu befolgen. Dies macht eine individuelle Produktion möglich, das bedeutet, es können verschiedenste Modelle wie A4 Limousine oder A4 Avant abwechselnd produziert werden. Dazu wechseln sich dann die voll automatisierten Roboter ab, denn jeder ist für ein ganz bestimmtes Modell programmiert. Nach einigen Produktionsschritten, treffen dann Karosserie, Getriebe und Motor zusammen. Dies nennt man in der Fachsprache die Hochzeit.
Bei der Endmontage wird dann wieder vermehrt menschliche Arbeit verlangt. Durch die von den Arbeitern selbst entwickelten Verbesserungen am Produktionsband wird die Arbeit hier so perfektioniert, dass die Taktzeit nur ca. 88 Sekunden beträgt. Kann eine Gruppe, die für einen bestimmten Bereich zuständig ist, dieses Zeitfenster nicht einhalten, zieht ein Arbeiter an der so genannten „blauen Leine“. Darauf ertönt eine für jede Gruppe ganz bestimmte Melodie, die in der gesamten Halle zu hören ist. So muss man sich also nicht wundern, wenn ab und zu einmal die Melodie vom „Pink Panther“ zu hören ist. Ist der Innenraum fertig, treffen „just in time“ jeweils die richtigen Türen auf das dazupassende Auto, denn diese wurden nach dem Lackieren abgenommen, um die Montage im Cockpit zu vereinfachen. Nachdem jedes Auto noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wurde, kommen fünf bis zehn Liter Kraftstoff in den Tank (natürlich von einem Roboter), und dann wird der Motor zum ersten Mal gestartet. Hier möchte man sich am liebsten selbst in die noch „dampfenden“ Autos setzen und davonfahren. Aber nein, sie neuen Audis werden entweder direkt im Forum von den Käufern abgeholt oder per Bahn, die das Werk in Nord und Süd teilt, abtransportiert.
Nach der Führung war noch eine halbe Stunde Zeit für die Besichtigung des Museums, oder für eine kleine Stärkung im hauseigenen Kaffee.
Insgesamt konnten wir viel entdecken und erfahren, sodass wir uns bei unserer Kursleiterin Frau Grundbuchner für den tollen Ausflug bedanken möchten.

Dennis Wiencek, K12


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