Theater am Gabelsberger - Gymnasium



Ein außergewöhnliches Stück mit einem unerwarteten Ende präsentierte die Theatergruppe des P-Seminars von Oberstudienrat Heribert Mühl und Studienrätin Dagmar Dobler.
„Die 9 Frauen“, ein wenig bekanntes Stück, war ein voller Erfolg für Darsteller und Zuschauer. Die Theaterkulisse, die Studienrat Matthias Rother mit dem Organisationsteam Alexandra Schöll, Theresa Stanglmair, Theresa Weiher, Eva Bortenschlager, Maike Minas und Aysun Cölgecen erstellt hatte, war mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Darsteller selber hatten sich nicht nur mit der richtigen Maske, sondern vor allem mit ihren Kostümen viel Mühe gegeben und diese immer exakt passend zur Figur gewählt. Nach einer kleinen Szene, die die Zuschauer in das Stück einführte, stürmte Regisseur Mühl die Bühne und wies die Schauspieler heftig zurecht, alles wäre falsch und brachte die Stühle in die richtige Position. Ein kleiner Regietrick, der bei den Zuschauern die richtige Wirkung hatte. Nun saßen die 9 Frauen zwar in zwei Reihen, was die Gemeinsamkeit ausdrückte und zugleich auch die Distanz der einzelnen Figuren. Der einzige Herr des Hauses wird in seinem Schlafzimmer ermordet aufgefunden. Das ist die Ausgangssituation, die von allen Personen fast lustlos und unbeteiligt zur Kenntnis genommen wird. Die älteste Tochter nimmt sich der Aufklärung an und versucht in Polizeimanier den Mörder zu finden.
Märtha Köster spielte hervorragend die wenig trauernde Witwe und verlieh dieser Figur das gewisse Etwas von Arroganz und Desinteresse. Eine besondere Herausforderung meisterte Patricia Kufer und brillierte mit ihrer Rolle als alte Dame. Herrlich geschminkt, wusste sie sowohl den Gang als auch die Stimme und Ausdruckweise älterer Herrschaften überaus treffend zu vermitteln. Witzig und spritzig und dem Teenie-Alter angepasst, sollte die Rolle der beiden Töchter Amelie und Louise gespielt werden. Das gelang Marie Schwertl und Anna Seidl auf besondere Weise. Ein völlig anderer Typ war die ältere Tochter Susanne. Pia Galster präsentierte die Ernsthaftigkeit der Rolle und zugleich verstand sie es auch das jugendliche Verhältnis zu ihren Schwester zu vermitteln. Eine besondere Rolle hatte Lisa Meier, die die Schwester des Ermordeten spielte. Ihr gelang es hervorragend die Lebedame darzustellen, die auch ein wenig Trauer ausdrückt und doch allerhand verschweigt. Optischer Gegensatz zu ihrer Schwester, der Ehefrau des Verstorbenen, war Christine Gottwald. Sie glänzte in ihrer Rolle mit unglaublicher Darstellungskunst. Von raffiniert über Selbstmitleid bis zum theatralischen Anfall stellte sie ihre Person absolut perfekt dar. Die letzten beiden Frauen in diesem von Weiblichkeit dominierten Haushalt waren die Köchin und das Zimmermädchen. Kira Krüger als Zimmermädchen war nicht nur eine Augenweide für den Verstorbenen, sondern drückte besonders mit Gesten und Mimik ihre bessere Herkunft aus. Schnippische Erklärungen und überhebliche Gesten waren die wichtigsten Eigenschaften ihrer Rolle, die sie mit Glanz präsentierte. Als Köchin zeigte Katharina Gancarczyk ihr schauspielerisches Talent. Obwohl die Rolle nicht mit großem Sprechanteil ausgestattet war, verstand sie es trotzdem, der Köchin mit Raffinesse Leben zu verleihen. Der einzige „Mann“ in diesem Stück (Alexandra Schöll) hatte einen nur kurzen, aber heftigen Auftritt. Damit dieses Stück auch mit besonderem Ton und Licht ausgestattet war, dafür sorgten punktgenau Theresa Weiher und Eva Bortenschlager. Zum Abschluss dankten die Schülerinnen ihren Lehrern und hoffen nun auf eine gute P-Seminar-Note, die sie sich verdient haben.

Auszug aus der Hallertauer Zeitung