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„Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“:


„Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.“ Hört man eine Volksweisheit wie diese, so möchte man - an der kollektiven Weisheit des Volkes ernsthaft zweifelnd - entgegnen: „Und was ist mit einer Reihe von schlechten Tagen?"
Die Beschwerde über eine Folge von gelungenen Tagen erscheint, versetzt man sich z.B. in die Lage eines hungernden Kindes in einem Entwicklungsland, wie ein von der westlichen Zivilisation erdachtes Luxusproblem, so wie ein „Minus" nach der Note 1.
Manche Menschen mögen das Argument der Gewöhnung vorbringen: ein einzelner guter Tag sei durchaus positiv, jeder weitere in Folge verliere aber durch den Gewöhnungseffekt an subjektivem Wert. Dieser Gewöhnung ist jedoch ein geradezu genial banales Wundermittel entgegenzusetzen: die gute alte Abwechslung!
Schon nach zwei Wochen täglichen Genusses mag Coca Cola für einen Limonadenfan seine süße Frische verloren haben. Wozu gibt es aber heute Fanta, Sprite und Pepsi?
Genauso wie mit den zuckrigen Erfrischungsgetränken verhält es sich mit den glücklichen Tagen: es liegt an uns Abwechslung zu finden, sie unterschiedlich zu gestalten und sie als glückliche Tage zu erhalten, die nicht durch eine bloße Aufeinanderfolge an Wert verlieren.
Wie in so mancher Ethik-Klausur, so verhält es sich nämlich auch im von Möglichkeiten zur Glückserfahrung geradezu vollgestopften Leben: Auf Kreativität werden Punkte verteilt!