Dachau! Auch heute löst der Name dieser Stadt noch Erinnerungen an den Nationalsozialismus aus.
Als die Klassen 9a und 9b am 10.02.09 das Tor des Konzentrationslagers mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ erreichten, setzte bei uns allen ein bedrückendes Gefühl ein. In diesem Moment wurde uns erst wirklich bewusst, welche Schreckenstaten hinter diesen Toren schon geschehen waren. Als wir bei kaltem Wind und leichtem Regen auf dem riesigen Appellplatz standen, wurde uns bewusst, wie viele Menschen in Dachau wohl inhaftiert waren. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie die Häftlinge es mit ihrer dünnen Kleidung bei solchen Temperaturen aushalten sollten, wenn uns mit dicken Jacken bereits kalt war. Unsere Lehrer Frau Skodnik und Herr Wirl erklärten uns die Lage und den Zweck der einzelnen Gebäude. Anschließend führten sie uns durch eine nachgebaute Baracke. Anhand von Schautafeln und Bildern sowie den Berichten unserer Lehrer wurde uns der Alltag und die schlechten Lebensbedingungen der Inhaftierten näher gebracht. Nach diesem eindrucksvollen Einblick in das dortige Leben gingen wir in das ehemalige Wirtschaftsgebäude, auf dessen Dach damals in großen Lettern stand: „Es gibt einen Weg zur Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Ehrlichkeit, Sauberkeit, Nüchternheit, Fleiß, Ordnung, Opfersinn, Wahrhaftigkeit und Liebe zum Vaterland.“ Dort befanden sich damals Küchen, Werkstätten, Bäder uÄ. Heute findet man dort eine große Ausstellung mit vielen Bildern und Berichten vor sowie einen Filmsaal. In diesem wurde uns ein 20-minütiger Film über das Leben, Arbeitsweisen, Strafen und die Befreiung der ausgebeuteten Insassen gezeigt. Durch die erschreckenden Originalaufnahmen wirkte der gesamte Ausflug authentischer. Noch recht betroffen gingen wir zum damaligen Zentrum des Terrors, dem Bunker. Unsere Lehrer gaben uns einige Grundinformationen und ließen uns dann selbstständig die klaustrophobischen Zellen erkunden. Einer der wichtigsten damaligen Häftlinge war Georg Elser, der bereits 1939 ein Attentat auf Hitler auszuüben versuchte und 1945 in Dachau hingerichtet wurde. Richtig mulmig wurde uns dann, als wir an den 17 Barackenfundamenten vorbei zum Krematoriumsbereich mit der Gaskammer gingen. Dort besichtigten wir die Verbrennungsanlagen, Desinfektionsräume und die Gott sei Dank nie benutze Gaskammer, welche als „Strudelbad“ getarnt war. Anschließend konnten wir die letzten 30 Minuten die restlichen Anlagen in kleinen Gruppen erkunden. Sehenswert waren vor allem die religiösen Gedenkstätten der Israeliten, Katholiken und Protestanten. Leider war damit die Zeit schon vorbei und wir sammelten uns wieder. Zu unserem Leidwesen war die Zeit zu knapp um alles zu besichtigen. Besonders die interessante Ausstellung musste darunter leiden. Trotz alledem konnten wir viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln.
Wir denken, dass es eine sehr lehrreiche und interessante Exkursion war, die jedem von uns auf seine ganz eigene Weise in Erinnerung bleiben wird.
Stefanie Mühlbauer 9a & Maike Minas 9b
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