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Um auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt bessere Chancen für eine Anstellung bzw. eine Lehrstelle zu erhalten, organisierte Studiendirektorin Ulrike Diepold-Ferstl für die 9. Klassen ein Bewerbungstraining. Nach der 9. Klasse endet nicht nur die Schulpflicht, man benötigt Bewerbungsschreiben auch für ein Praktikum oder später für ein Studium. Bewerbungen begleiten uns ein ganzes Leben in allen verschiedenen Bereichen. Marion Ziegler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der AOK, die schon seit Jahren junge Menschen
für Bewerbungen fit macht, stellte sich für diese Aufgabe zur Verfügung.
Vor einer Bewerbung empfahl Referentin Ziegler, sich selbst zu testen und dieses Ergebnis von einem Bekannten prüfen zu lassen. Erst wenn man sich selbst und seine Fähigkeiten richtig einschätzen kann, kann dies zum Erfolg führen. Eine Broschüre der AOK hilft bei diesem Selbsttest. Mit den Schülern wurde erarbeitet, wo und wie man Adressen von Firmen finden kann. Jeder sollte dabei im Auge behalten, dass eine Berufsausbildung meist für ein
ganzes Leben ist. Wichtigster Punkt ist es zu klären, wann welche Firma ihren Bewerbungsschluss setzt. Spätere Anschreiben werden meist nicht beachtet.
Der nächste Punkt betraf die Bewerbungsmappe. Neben dem Anschreiben, Zeugnissen und dem Lebenslauf sind vor allem Bestätigungen und Zeugnisse über Praktika, Schnuppertraining oder andere erworbene Fähigkeiten wichtig. Dazu gehören Aufgaben in Vereinen oder andere Positionen. Die Bewerbung soll eine Visitenkarte eines Menschen sein. Zugleich soll sie ansprechend sein und den Leser interessiert werden lassen, wer hinter dem Schreiben steckt. Darum sollten die Anschreiben nie von anderen Stellen übernommen werden. Jeder Bewerber sollte versuchen, sich selbst, seine Fähigkeiten und Berufsinteressen individuell zu präsentieren. Bei allen Schreiben sollte man ein Rechtschreibprogramm verwenden und sich vorher nach der exakten Bezeichnung des Berufswunsches erkundigen.
War die Bewerbung erfolgreich, erhält man die Möglichkeit einer persönlichen Vorstellung. Bei dieser zweiten Hürde sollte man auf Kleidung, Pünktlichkeit und die telefonische Bestätigung des Termins achten. Den jungen Damen und Herren wurde ans Herz gelegt, sparsam mit Schminke, Parfüm und Rasierwasser umzugehen. Um für ein Gespräch fit zu sein, ist es unerlässlich, dass man sich bereits Wochen vorher für die täglichen
politischen und aktuellen Geschehnisse interessiert. Wissen über die Firma kann man sich im Internet besorgen. Es gibt Gruppengespräche, die über mehr als eine Stunde gehen, Einzelgespräche mit Aufwärmphase über persönliche Verhältnisse und Interessen. Zum Abschluss des Gespräches kann man durchaus auch selber Fragen stellen, z. B. nach Berufsschule, Lehrzeit oder der Firma. Völlig tabu ist es nach dem Gehalt zu fragen, da dies für Lehrlinge tariflich festgelegt ist. Nach so viel Informationen fiel es den Schülern sichtlich schwer, sich für eine praktische Übung zur Verfügung zu stellen, ohne sich zu blamieren. Auch wenn die drei Freiwilligen manchmal für einen Lacher bei ihrer Vorstellung sorgten, haben doch alle viel dabei gelernt und sind nun fit für die Zukunft.