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„Oberstufe des Gabelsberger-Gymnasiums als Kulisse der Abendschau im Fernsehen – 47 Schüler im Fernsehstudio des Bayerischen Rundfunks in München Freimann“
So betitelte die Hallertauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 27.1.2009 den von der Schülerin Isabella Hödl (K 13) verfassten und hier abgedruckten Bericht zu dieser Studienfahrt:
Was trägt der Nachrichtenmoderator im Sommer, wenn im Studio Temperaturen von über 40 Grad herrschen? Warum werden vor der Live-Aufzeichnung an die Zuschauer Bonbons verteilt? Und wer stoppt das Glücksrad? Diese und viele weitere Fragen konnten am 22. Januar ab 14.30 Uhr beantwortet werden. 47 Schüler der Oberstufe des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg machten sich auf den Weg in die Fernsehstudios des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann. Dort werden bekannte Sendungen wie beispielsweise „quer“, die „Rundschau“ oder auch die „Abendschau“ produziert, bei der man live dabei sein durfte.
Auf dem Gelände angekommen wurden wir von Frau Gebhardt empfangen, die uns gleich zu Beginn ausführliche Informationen zum Bayerischen Rundfunk mitteilte. Der BR ist mit 19 Korrespondentenbüros in ganz Bayern präsent. Dadurch können Bild- sowie Tonmaterialien schnell der Zentrale übermittelt werden. Allein in München gibt es mehrere Standorte des Bayerischen Rundfunks, so neben dem Fernsehstudio Freimann das Funkhaus in der Münchner Innenstadt und das Fernsehstudio in Unterföhring. In Letzterem werden andere bekannte Sendungen, wie zum Beispiel „Kanal fatal“ oder die „Münchner Runde“, aufgezeichnet. Mit einem Bring-Anteil von rund 16 % ist der öffentlich-rechtliche Fernsehkanal Mitglied der ARD. Diese Arbeitsgemeinschaft, der insgesamt neun Landesrundfunkanstalten angehören (u. a. NDR, RBB, SWR), bedeutet für jedes Mitglied Rechte und Pflichten. Durch logistische Arbeitsteilung kann man sich einen immensen Zeit- und Kostenaufwand sparen. Wenn der BR bestimmtes Bildmaterial für eine Dokumentation braucht, so kann ihm das der WDR zur Verfügung stellen. Im Gegenzug überlässt auch der Bayerische Rundfunk der ARD oder beispielsweise dem SWR seine Aufnahmen zur Ausstrahlung. Der BR ist nicht nur auf das Inland beschränkt, sondern besitzt Korrespondenten rund um den Globus. So sind einige Vertreter in Wien, in Tel Aviv, in Teheran, in Rom oder auch in Istanbul stationiert. Die dort aufgezeichneten Bilder werden per Satellit in Echtzeit nach Deutschland übertragen und ausgestrahlt. Seine Einnahmen bestreitet der BR zum Großteil aus den GEZ-Gebühren, aus Mitproduktionen an Kinofilmen („Das Leben der Anderen“, „Wer früher stirbt ist länger tot“ u.v.m.) und verkauften Konzessionen an ausländische Sender. Nach dem Besuch im Archiv, wo deckenhoch wahre Schätze, wie die Aufnahme eines Beatles-Konzerts, lagern, ging es weiter zur Aufzeichnung der „Abendschau“, für die wir an diesem Abend einen Teil der Kulisse bilden durften.
Das Studio ist dicht besiedelt von menschengroßen Kameras, die Decke übersät mit über 130 Scheinwerfern, die ihren Großteil an Energie als Wärme abgeben – zu kalt kann es dem Moderator also nie werden. Deshalb kann es schon einmal vorkommen, dass der Nachrichtenmoderator im Sommer Shorts statt der vermuteten Anzugshose trägt. Bevor der Countdown zur Lifeübertragung gezählt wird, werden Hustenbonbons verteilt, damit die Tonaufnahme nicht durch andere Geräusche gestört wird. Die Abendschau moderiert heute Christoph Deumling. Unter Zeitdruck arbeiten - so lautet die Devise des ganzen Abendschau-Teams, aber insbesondere die des Moderatoren. Auf die Sekunde genau muss er seinen Einsatz abpassen, um das nächste Thema anzumoderieren, nicht ohne vorher unzählige Trockenübungen absolviert zu haben. Interessant war auch als wir erfuhren, dass das Glücksrad des Bayernloses per Computer gebremst wird, um die wertvolle Sendezeit nicht mit den nicht enden wollenden Umdrehungen desselben verstreichen zu lassen. Die Auslosung der Gewinner war für uns natürlich der Höhepunkt der Studienfahrt, da endlich auch wir „ins Bild kamen“ und uns inszenieren durften.
Nach dem Ende der Sendung statteten wir noch dem Regieteam und dem Tonmeister einen Besuch ab, die uns ihre Arbeit erklärten und alle Fragen bereitwillig beantworteten. Somit konnte auch geklärt werden, warum man die Springbrunnen im Hintergrund der Wettermoderatorin hören kann, obwohl er für Original-Tonaufnahmen viel zu weit entfernt steht. Frau Gebhardt erläuterte uns zum Abschluss, dass an einer Routineaufzeichnung für eine Sendung wie der Abendschau rund 100 Mitarbeiter beteiligt sind. Angefangen beim Regisseur, der das Thema festlegt, über das Kamerateam, die Live-Reporter, dem Cutter, bis hin zum Moderator. So gesehen muss man sich fast über die niedrigen Fernsehgebühren wundern.




