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Auf Initiative von StR’in Veronika Gastpar war Monika Bittl, Autorin von zahlreichen Drehbüchern und Erzählungen, an das Gabelsberger-Gymnasium gekommen. Mit einer kurzen Darbietung aus ihrem ersten Roman "Irrwetter" führte sie in die Lesung ein. Dieser erste Roman, mit dem die Autorin vom Start weg Erfolg hatte, erzählt von Begebenheiten in einem kleinen Dorf. Auf dem Land sind uralte Riten und Gesetze stärker verankert, als jede Religion oder Politik es sein kann. Mit dem Mädchen Anntraud, das in einer vom Aberglauben geprägten Nacht geboren wird, führt Monika Bittl durch all die Abgründe und Verheißungen der Provinz. Einige Kollegiaten kannten dieses Buch bereits aus dem Unterricht, aber auch andere waren von dem kurzen Stück so gefesselt, dass sie die ganze Geschichte kennen wollten. Im Anschluss erzählte die Schriftstellerin Bittl, wie sie zur Zunft des Schreibens gelangt war. Nach einem Zeitungsvolontariat beim Donaukurier in Ingolstadt ging sie für zwei Jahre nach Sizilien, bevor sie sich dann doch für ein Studium entschied. Mit einem Germanistikstudium glaubte sie ihren Neigungen zum Schreiben näher zu kommen. Ganz glücklich war sie aber dann doch nicht. Mit einer Bewerbung bei der "Drehbuchwerkstatt" war sie von 250 Bewerbern so erfolgreich, dass sie mit 9 anderen ein Stipendium erhielt. Der Traum der 10-jährigen Monika Bittl, ein Buch zu schreiben, blieb aber immer im Hinterkopf. Nach einer Babypause entschloss sie sich, den Traum zu verwirklichen und schrieb ein Jahr an "Irrwetter". Eine gute Agentin, ein Verlag, der das Buch übernahm, eine gute Lektorin und zahlreiche Leser zeugen vom Erfolg dieses Erstlingswerkes. Nebenbei schreibt sie aber weiter Drehbücher wie "Sau sticht", wofür sie den Bayerischen Fernsehpreis erhielt, oder einige Folgen von Pumuckl und Lindenstraße und weitere Drehbücher. In der anschließenden Diskussion machte die Schriftstellerin aber auch klar, dass man selten vom Bücher schreiben leben kann. Sie betreibe eine Mischkalkulation. Während ihres Buches habe sie nebenbei weiterhin Drehbücher geschrieben. Auf die Frage nach den Ideen für ihre Arbeit erklärte Monika Bittl, dass man einfach mit offenen Augen durch die Welt gehen muss. Talent sei eine Voraussetzung für diesen Beruf, aber man brauche auch Phantasie und vor allem absolute Disziplin. Ohne feste Regeln und sich selbst auferlegte Arbeitszeiten kann kein Buch entstehen. Auch die während des Schreibens oft sich einschleichenden Selbstzweifel gilt es zu überwinden, um erfolgreich zu sein. Beim Drehbuchschreiben ist es von großem Vorteil, wenn man viel gelesen hat und viele Filme und ihre Handlungen kennt. Dazu sind unerlässlich ein gesundes Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen, Mut und Selbstdisziplin. Eine gute Ausbildungsstätte wie die Münchner Filmhochschule vermittelt die dazu gehörige Ausbildung. Erhält man den Auftrag, die Drehbücher zu einer Serienproduktion wie Pumuckl oder Lindenstraße zu schreiben, bietet das auch eine finanzielle Sicherheit. Weiter führte sie aus, wie viel Einfluss eine Autorin bei einer Verfilmung hat und wie ein Buch bei einem Verlag entsteht. Zur Drehbucharbeit erläuterte sie, dass man nicht einfach drauf los schreiben kann. Es müssen die Vorgaben eingehalten werden und vor allem müssen die Handlungen mit ihren Orten und Charakteren nachspielbar sein. Am Beispiel "Monaco Franze" erklärte sie, wie ein Charakter im Vordergrund stehen kann. Daneben gibt es billige Fernsehfilme ohne Tiefen, weil Zeit und Geld fehlen und imposante Historienfilme, die Unsummen von Geldern allein für die Erstellung der historischen Kulissen verschlingen. Auf die Frage, ob "Irrwetter" verfilmt werden sollte, kam die Autorin ins Zweifeln. Bei einem Buch macht sich jeder Leser seine eigenen Vorstellungen. Bei einer Buchverfilmung ist man meist enttäuscht, weil die eigenen Vorstellungen von denen der Regisseure oft abweichen. Daher hält sie es auch in der heutigen neuen Medienlandschaft für unbedingt notwendig, ein Buch zu lesen und seiner eigenen Phantasie und Vorstellung Raum zu geben.