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Mit ihrer Aufführung der Oscar Wilde - Komödie „Ein idealer Gatte“ bewiesen Studienrätin Dagmar Wüst und ihr Grundkurs „Dramatisches Gestalten“, dass es am Gabelsberger –Gymnasium einige versteckte Talente gibt.
Mit viel Geschick schuf Studiendirektor Joachim Tschacher eine Bühne im Stil des 19. Jahrhunderts, auf der die jungen Schauspieler agierten. Von den Möbeln bis zum Hintergrund mit Bildern wurden die Zuschauer in eine andere Epoche versetzt. Dazu wurde der richtige Ton und Licht mit Spezialeffekten von Raphael Ludwig und Daniel Bowen geliefert.
Bereits im 1. Akt brillierten Franziska Koller und Lena Elflein mit der typisch arroganten Konversation des Stückes, als ob das ihre eigene Sprache und Gedanken seien. Großes Talent zeigte Anja Gmeinwieser, die mit ihrer Mimik, Körperhaltung und Gestik wieder einmal bewies, dass ihr das Theaterspielen im Blut liegt. Schmachtend und doch burschikos spielt sie die Liebende und versteht es dabei, ihre Gefühle in witzigen Dialogen zu kaschieren. Florian Freudenmacher, dem ihre Gefühle gelten, zeigte ebenfalls eine hervorragende Leistung. Seine flapsige Art passte ebenso zu seinem Text wie seine ausgeprägte Mimik und Gestik. Er spielte überzeugend den leichtlebigen Dandy, der im tiefen Herzen doch einen ehrlichen Charakter
besitzt. Eine Augenweide war Wolfgang Schöll, den man mit perfektem Makeup und Kleidung inklusive Krückstock in einen alten Herrn verwandelt hatte. Seine Wutausbrüche über den in seinen Augen missratenen Sohn waren sehenswert. Wie schon oft bei Theateraufführungen gesehen, brillierte Matthias Krojer in einer Doppelrolle als Diplomat und vor allem als Diener Phipps. Er zeigte hervorragend, dass zu der Zeit des Stückes sogar die Diener in höher gestellten Familien Arroganz ausstrahlten. Aber nicht nur seine Kopfhaltung war bemerkenswert, auch sein hervorragend gespielter französischer Akzent. Arroganz und Macht strahlte auch Jasmin Ostermeier aus. Trotz ihrer kurzen Rolle schaffte sie es mit ihrer Darstellung der Intrigantin die Zuschauer für sich zu gewinnen. Raffiniert gehässig zeigte sie, wie Frauen mit Durchblick und Raffinesse sich einen Platz ganz oben
erobern. Die zweite Intrigantin Christina Fischer stand ihr da in nichts nach. Gut gespielt auch ihre hinterlistigen Machenschaften beim Diebstahl eines Briefes. Eine besondere Rolle hatte Andreas Kreitmeier als einer der Hauptdarsteller. Er ging in seiner Rolle auf, ob es der erfolgreiche Staatsekretär, der von Intriganten Erpresste oder der gebeutelte Ehemann
war. Er beherrschte alle Gefühlswandlungen nicht nur mit der richtigen Körperhaltung, sondern auch mit den verschiedenen Stimmlagen zum richtigen Zeitpunkt und zum vorgegebenen Text. Seine Gattin Regina Hofbauer zeigte die stolze Ehefrau ebenso gekonnt wie die genervte ehemalige Mitschülerin einer der beiden Intrigantinnen. Sehr gut gespielt auch die Szene, als für sie eine Welt zusammenbricht und sie zu weinen beginnt. Hervorragend gespielt im Sinne von Oscar Wilde wurden auch die Dialoge von Corinna Loh und Claudia Lauschke, die stets im Schlepptau der Intrigantinnen erschienen und mit
herrlich gespielten Dialogen die Verfehlungen der Londoner Gesellschaft erörterten.