Auf Einladung von Studienrat z.A. Bernd Kohlmann und Lehramtsassessorin Jana Beijer stellte die bekannte Schriftstellerin Monika Feth den 6. Klassen sich selbst und einige ihrer Bücher vor. Nach einer kurzen Darstellung ihres Werdegangs durften die Kinder Fragen stellen. Bereits bei den ersten Fragen stellte sich heraus, dass diese Schriftstellerin keine gute Deutschschülerin war. Monika Feth wurde von ihrem Deutschlehrer immer schlecht zensiert, weil ihre Aufsätze zu viel Phantasie beinhalteten und weil sie zu lang waren. Heute hat sie mit diesem vermeintlichen Mangel über 30 Bücher geschrieben, die in fünfzehn Sprachen
übersetzt wurden.
Nebenbei erfuhren die Schüler, wie ein Buch aus Gedanken der Autorin, über den Lektor
bis zum fertigen Exemplar im Verkauf entsteht und dass sich das meist über ein ganzes Jahr hinzieht. Auch das mit dem verdienten Geld interessierte. Allerdings gab Frau Feth wenig Hoffnung, dass man bei maximal 10 % Verdienst von einem Buch reich wird. Sie empfahl den Schülern, den Berufswunsch „Schriftsteller“ doch noch einmal zu überdenken. Manchmal werden Bücher auch verfilmt, aber da die Geschichte an einen Verlag verkauft wird, hat man als Autor bei einer Filmproduktion wenig Einfluss.
An Hand des Buches „Der Erdbeerpflücker“ wurde erklärt, wie ein Cover, das Titelbild für ein neues Buch, entsteht. Es wurde auch gezeigt, dass Jugendbücher ein anderes Cover erhalten als Bücher für Erwachsene. Natürlich kann aber auch passieren, dass ein Buch für Jugendliche mit einem veränderten Cover, aber gleichem Inhalt der Zielgruppe der Erwachsenen angeboten wird. Titelbilder die gut ankommen, wie die Erdbeeren auf dem genannten Buch, werden danach oft kopiert. Die Schüler sollten einmal aufmerksam durch
eine Buchhandlung gehen und so werden sie feststellen, dass im Moment viel Obst und Gemüse auf Büchern ist. Ein weiterer Aspekt bei Büchern ist die Übersetzung. Andere Länder haben andere Gedankengänge und andere Vorstellungen von Büchern. Selbst die Titelbilder müssen meist verändert werden.
Wie die Ideen zu einem Buch, die bei Frau Feth meist psychologische Krimis sind, entstehen, wurde auch an einigen Beispielen gezeigt. Für begeistere Schüler gab es auf die Frage: „Wie kann ich Autor werden?“ nur eine Antwort: Man muss viel und gerne lesen. Beim Lesen lernt man, sich nicht nur auszudrücken, sondern auch viel über die verschiedenen Schreibstile.
Um den Schülern ihren Schreibstil vorzustellen, gab es nach einer kleinen Einführung eine Lesung aus dem Buch „Die grauen und die blauen Tage“. Die Geschichte erzählt von einem jungen Mädchen, dessen sehr geliebte Oma zeitweise verwirrt ist. Nachdem der Zustand immer schlimmer wird und eine Heimunterbringung bevorsteht, flüchtet die 12-Jährige mit ihrer Oma. Völlig überfordert versucht das junge Mädchen in einer fremden Stadt mit der kranken Oma zurecht zu kommen. Detailliert und mit viel Gefühl beschreibt Autorin Feth nicht nur die Umgebung der Geschichte, sondern auch die Gefühle der Personen. Dabei
versteht sie es hervorragend, den Sprung von den grauen, düsteren, kranken Tagen zu den blauen, lustigen mit einer gesunden Oma zu schaffen.
Anschließend durften die Schüler in all den Büchern schmökern und vor allem die ausländischen Titel und Cover erkunden. Besonders interessant fanden sie „Der Erdbeerpflücker“ mit seinen Fortsetzungen „Der Mädchenmaler“ und „Der Scherben-sammler“, aber auch die Kinderbücher mit ausländischen Titeln erregten Interesse. Zum Abschluss gab es für alle eine Autogrammkarte, bevor sich die Lehrer für den informativen
Vortrag bedankten.
