Autorenlesung mit Beate Dölling am GGM
Für alle 9. Klassen des Gabelsberger - Gymnasiums organisierte Studienrat z.A. Markus Müller eine Autorenlesung mit Beate Dölling.
Die Autorin, die in Osnabrück geboren wurde, lebte einige Jahre in den USA und Spanien, bis sie nach Berlin-Kreuzberg zog und nun ihre Heimat in Brandenburg gefunden hat.
Neben ihrer Arbeit für das Deutschland - Radio leitet sie verschiedene Schreibwerkstätten für Gymnasien und Grundschulen, wo sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an junge Menschen weitergibt.
Die Liebe zur Schriftstellerei schlich sich schon in der Schulzeit bei ihr ein und nun zeigt sich, dass sie dafür ein großes Talent hat. Nach Erfolgen mit ihren Kinderbüchern wagte sie sich vor einigen Jahren an Jugendbücher und landete gleich mit dem ersten Buch einen Volltreffer. In „Hör auf zu trommeln, Herz“ beschreibt sie die Geschichte der 17-jährigen Katharina, die in einem kleinen Dorf in Brandenburg lebt. Wie alle Heranwachsenden in diesem Alter sucht sie ihren Platz im Leben und geht dabei viele Umwege. Beate Dölling schreibt nicht nur über Liebesschmerz, sondern gibt auch einen detaillierten Einblick in das Dorfleben, die Probleme einer Auszubildenden und ein ungewöhnliches Familienleben. Die Autorin versteht es, sogar die langweiligsten Alltagsdinge mit Wortwitz und jugendlichen Redewendungen für den Leser interessant zu gestalten. Sogar eine Busfahrt Katharinas durch die kleinsten Dörfer ihrer Heimat liest sich wie ein Abenteuer. Man gewinnt den Eindruck, dass Beate Dölling nicht nur
die Sprache der Jugendlichen, sondern auch ihre Gedanken genau kennt. Örtliche Probleme wie Landflucht werden in den Roman ebenso eingeflochten wie die daraus resultierenden Schwierigkeiten der Jugendlichen, ohne dabei pathetisch zu wirken. Nebenbei lernen Schüler bereits beim Lesen dieser Bücher, wie man sich geschult und wortgewandt ausdrücken kann.
Nach einigen Leseproben aus dem Buch gab es die Möglichkeit, Beate Dölling Fragen zu stellen. Davon machten die Schüler und auch Lehrer reichlich Gebrauch. Die Schüler hinterfragten auch, ob die Autorin sich auf den beschriebenen Gebieten auskennt und so diese auch naturgetreu wieder geben konnte. Davon konnte Beate Dölling die Schüler überzeugen. Entweder werden Situationen wie Berufe geschildert, die sie selbst gelernt hat, oder es
werden umfangreiche Recherchen betrieben und mit Menschen aus diesem Umfeld
ein enger Kontakt aufgebaut. Die Autorin gab den Schülern aber auch mit auf den Weg,
dass man mit dieser Tätigkeit nicht den großen Reichtum erwerben kann und dass Schrift-stellerei eine richtige Arbeit ist. Man kann sich zwar die Zeit frei einteilen, aber geschrieben werden muss jeden Tag.
Zum Schluss gab Beate Dölling noch einen kleinen Einblick auf ihr im Februar erscheinendes Buch. „Alles bestens“. das von einem bayerischen Jungen in Berlin handelt, der sich selbst, nur mit Boxershorts bekleidet, aussperrt.
