Michael Jacques Lieb interpretiert den "Urfaust"
Am 19.12. 2005, passend zur vorgeschriebenen Faust-Lektüre in den 12. Klassen, kamen die Kollegiaten des Gabelsberger-Gymnasiums in den Genuss eines ungewöhnlichen Deutschunterrichts. In der Aula lieferte der Münchener Schauspieler und Regisseur Michael Jacques Lieb eine äußerst temperamentvolle Interpretation des „Urfaust“ von Johann Wolfgang von Goethe.
Der Schauspiellehrer verblüffte durch das rege und überraschende Einbeziehen des jungen Publikums und mit ungeheurer Präsenz. Dem Gründer des Münchener Einmanntheaters „Theatro LieBido“ gelang es bei dem Ein-Personen-Stück in Sekundenschnelle zwischen den einzelnen Figuren wie Faust, Gretchen und Mephisto zu wechseln und ihnen ein Gesicht zu verleihen. Sogar die saufenden Studenten in Auerbachs Keller werden in dieser einen exzentrischen Person verkörpert.
Im Anschluss hatten die Schüler Gelegenheit durch Fragen an den Künstler Einblick in dessen aufregende Vita und seine eigenwillige Interpretation des Faust-Stoffes zu erhalten.
Bildunterschriften
Bild „Selbstentfremdung“:
„Es möchte kein Hund so länger leben“! Faust fühlt sich in seiner Ruhelosigkeit
von den „Quellen alles Lebens“ abgetrennt.
Bild „Draufgänger“:
„Soll ich dir, Flammenbildung, weichen?“
Faust stellt sich in jugendlichem Überschwang dem Erdgeist.
Bild „Auerbachs Keller“:
„Als hätte sie Lieb im Leibe!“ Ein Saufkumpane stellt in Auerbachs Keller
„ein Lied vom neuesten Schnitt“ vor.
Bild „Gretchen“:
„Ist über vierzehn Jahre doch alt.“ Faust stellt Mephistopheles ein Ultimatum
in Hinblick auf Gretchen.