Zahlreiche Schulreformen der letzten Jahre sind höchst umstritten, die neuerdings verbindliche Vorgabe in jedem Jahr mindestens einmal fächerübergreifend im Rahmen eines Klassenprojektes zusammenzuarbeiten bringt neben einigen organisatorischen Problemen m.E. jedoch entscheidende Vorteile mit sich. Am Wichtigsten ist die Tatsache, dass viele Fragestellungen des Unterrichts in Integrationsfächern wie z.B. Geographie, Geschichte oder Religion ohne den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus nicht befriedigend beantwortet werden können. Was liegt näher, als die Fachleute aus dem eigenen Kollegenkreis als Berater hinzuzuziehen, insbesondere wenn diese gleichfalls in den entsprechenden Klassen unterrichten? Ein weiterer Gewinn liegt in der Projektidee selbst begründet, die das eigenverantwortliche Lernen der Schüler - oft in Gruppen und orientiert am eigenen Interesse - in den Mittelpunkt stellt, wodurch Methoden- und Sozialkompetenzen besonders gut eingeübt werden können.
Die Schüler der Klasse 7a entschieden sich gegen Ende des Schuljahres 2007/8 in einem fächerübergreifenden Projekt die Länder Europas aus neuen Blickwinkeln vorzustellen, für die sie sich aus privaten Gründen besonders interessierten. Dazu hat sich die Klasse selbst in Gruppen von 2-3 Personen aufgeteilt und mit Unterstützung der Deutsch- bzw. Geographielehrkraft (StR Fiesel), des Anglisten (StR z.A. Kloiber), des Geschichtslehrers (StR z.A. Kohlmann) und des Lateiners (OStR Weigl) Präsentationen zu ihren „Traumländern“ entwickelt, in deren Mittelpunkt ein Plakat stand, das die wichtigsten Thesen der Arbeitsgruppe dauerhaft zusammenfassen sollte. Nach Vorarbeiten im Rahmen des jeweiligen Fachunterrichts fanden die eigentlichen Präsentationen am eigens anberaumten Projekttag der 7a, dem 8.5.2008, statt, dem auch alle beteiligten Lehrkräfte beiwohnten, da die Arbeitsergebnisse und das Auftreten des Teams beurteilt werden sollten. Dazu wurden im Vorfeld des Deutschunterrichts elementare Präsentationstechniken eingeübt und ein Bewertungsbogen entwickelt, der für die Schüler Orientierungshilfe für die Vorbereitung war und am Projekttag eine transparente Notenfindung in kurzer Zeit ermöglichte. Die genuin geographischen Fragestellungen wurden von der Lehrkraft durch „Leitfragen zur Projektarbeit“ unterstützt, die in erster Linie sicherstellen sollten, dass bereits im Rahmen des Lehrplans erarbeitete Grundkenntnisse zu europäischen Ländern beachtet wurden und es zu keinen inhaltlichen Wiederholungen kam. Der Englischlehrer übte insbesondere den Wortschatz aus dem Umkreis einer Sightseeing-Tour ein, da die Schüler ihnen wichtig erscheinende touristische Ziele - natürlich auf Englisch - systematisch vorstellen wollten. Der Geschichtslehrer stand mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum ging ein herausragendes, europaweit wichtiges geschichtliches Ereignis des betreffenden Landes in den Vortrag zu integrieren, im Lateinunterricht wurden schließlich noch die gemeinsamen Wurzeln (fast) aller Nationen in der römischen Antike aufgezeigt, oder aber es wurden die Hintergründe der wenigen Ausnahmen geklärt.
Durch den fächerübergreifenden Ansatz, die betreuten Erarbeitungsphasen in Bibliothek, Computerraum und Klassenzimmer und das beachtliche Engagement der Schüler, die ihre Ergebnisse meist inhaltlich sicher, methodisch vielfältig, sprachlich versiert und gruppenintern gut aufeinander abgestimmt präsentiert haben, konnten großteils erfreuliche Leistungen erzielt und dabei der Blickwinkel auf unsere Nachbarländer in Europa entscheidend erweitert werden. Mit einer Auszeichnung des besten Plakates durch die Schüler und einem Gruppenfoto vor der fertigen Plakatwand endete der gelungene Projekttag, dessen Ergebnisse am 14.3.2009, dem letzen „Schnuppertag am GGM“, auch einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurden. Allen beteiligten Kollegen sei an dieser Stelle für ihre bereitwillige Unterstützung der Klasse und die gute Zusammenarbeit nochmals gedankt.
StR Fiesel
